Leseprobe aus „Das große Buch der Gelassenheit“

Vorwort

 

In unserer hektischen Zeit mit ihren schnellen Veränderungen, den unzähligen Möglichkeiten und den steigenden Erwartungen fällt es immer mehr Menschen schwer, gelassen durchs Leben zu gehen.

Wir setzen uns (und Andere) mit unseren hohen Erwartungen unter Druck oder haben das Gefühl, die Erwartungen, die an uns gestellt werden, nicht erfüllen zu können und fühlen uns unsicher oder unruhig.

Wir sind häufig gereizt und reagieren in manchen Situationen unangemessen. Und wir machen uns öfter Sorgen und werden nicht selten von verschiedenen Ängsten geplagt.

Wenn es Ihnen auch so geht, dann sind Sie damit nicht alleine. Den meisten Menschen geht es wie Ihnen – aber die wenigsten zeigen es oder sprechen darüber.

Doch es gibt einen Schlüssel, mit dem Sie innere Ruhe finden und auch in unserer hektischen Welt dauerhaft entspannt und glücklich leben können:

Gelassenheit. 

Gelassenheit beginnt in unserem Inneren, genauer gesagt mit unserer inneren Einstellung.

Und die gute Nachricht ist:

Jeder Mensch kann lernen, seine Perspektive auf das Leben zu verändern und seine Gedanken bewusst zu steuern. Und er kann dadurch sein Leben und sein inneres Wohlbefinden vollkommen verändern.

Wir alle können Gelassenheit finden, wenn wir erst einmal verstanden haben, was uns wirklich unsere Gelassenheit raubt und wenn wir in der Tiefe bei den Ursachen ansetzen, anstatt Schnelltechniken für den Moment zu erlernen, die die Ursachen nicht berühren.

Dazu müssen wir zunächst einmal verstehen, wie stark unsere Erwartungen mit unserer Gelassenheit zusammenhängen und wie „ungesunde“ Erwartungen uns unsere Gelassenheit nehmen, selbst wenn wir täglich meditieren und uns in Entspannung üben.

Unsere Erwartungen (an uns selbst und Andere), aber auch die Erwartungen Anderer an uns und unsere Reaktion darauf bestimmen nämlich zu einem großen Teil darüber, ob wir ein Leben unter Druck und Anspannung, voller Ärger oder Sorgen führen, oder ob wir ein Leben in Gelassenheit und Entspannung führen. Und genau dort – auf der Ebene unserer Gedanken – müssen wir ansetzen, wenn wir nachhaltig etwas verändern wollen.

Überzogene Erwartungen führen nämlich nicht nur dazu, dass wir uns innerlich unter Druck setzen oder in Perfektionismus verfallen, sondern sie sind auch der Grund dafür, wenn wir uns über längere Zeit ein Leben zumuten, das uns stresst, überfordert und uns unzufrieden macht, oder wenn wir unser Glück von dem Verhalten anderer Menschen abhängig machen.

Auch ein geringes Selbstvertrauen – also ein geringes Vertrauen in unsere eigenen Kräfte – kann uns die Gelassenheit nehmen, nämlich dann, wenn wir Sorge oder Angst haben, eine Aufgabe nicht erfüllen oder ein Problem nicht lösen zu können oder mit einer Situation nicht umgehen zu können – oder wenn wir glauben, dass wir etwas, das wir unbedingt wollen, nicht bekommen können.

Bei genauerer Betrachtung ist aber auch hier unsere negative Erwartung in Bezug auf uns selbst und unsere Fähigkeiten das eigentliche Problem. Wir befinden uns also auch hier wieder auf der Ebene unserer (bewussten oder unbewussten) Erwartungen.

Der Schlüssel zu anhaltender Gelassenheit ist es, unseren Blick von Anderen und ihren Erwartungen und vermeintlichen Erfolgen fort, und wieder auf uns selbst zu richten, unser Leben selbst in die Hand zu nehmen und in einer Weise zu steuern, die zu uns passt und die uns gut tut. Und uns selbst und unsere Fähigkeiten so zu entwickeln, dass wir uns auf sie verlassen und uns zurücklehnen können.

Wenn wir uns selbst und unsere Bedürfnisse gut kennen und verstehen, was uns wichtig ist und was wir brauchen, wenn wir uns selbst wichtig nehmen, dann können wir beginnen, uns gut um uns selbst zu kümmern.

Es ist dann auch nicht mehr so wichtig für uns, wie Andere leben oder sich verhalten. Wir können loslassen, was nicht zu uns passt und uns nicht gut tut und uns auf das fokussieren, was uns wichtig ist und uns glücklich macht. Und wir können uns – indem wir unseren Fokus immer weiter auf uns selbst richten – auch allmählich davon frei machen, was Andere über uns denken oder von uns erwarten.

Echte Gelassenheit finden wir, wenn wir uns ein Leben schaffen, das uns glücklich macht, uns selbst darum kümmern, uns ein solches Leben aufzubauen, und es uns nicht länger von anderen Menschen oder einem glücklichen Zufall erhoffen. Wenn wir verstehen, dass jeder Mensch etwas anderes braucht, um glücklich zu sein und lernen, andere Lebenskonzepte zu tolerieren und neben unseren eigenen bestehen zu lassen. Und wenn wir anderen Menschen ebenfalls das Recht zugestehen, sich für ihr Glück einzusetzen.

Gelassenheit ist erlernbar!

Und die zweite gute Nachricht ist: Wir können nicht nur unsere eigenen Erwartungen an uns und Andere verändern, sondern wir können auch selbst entscheiden, wie wir mit den Erwartungen Anderer an uns umgehen wollen, ob wir uns von ihnen beeindrucken oder gar unter Druck setzen lassen wollen oder nicht.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie das ganz einfach tun können und wie Sie dadurch nicht nur zu sich selbst und einem glücklichen Leben, sondern auch zu echter und anhaltender Gelassenheit und Entspannung finden.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen und viel Gelassenheit in Ihrem Leben!

Ihre Cosima Sieger

JA, DAS BUCH WILL ICH AUCH!

Was ist Gelassenheit?

 

Wenn wir Gelassenheit gewinnen möchten, dann sollten wir zunächst verstehen, was damit eigentlich genau gemeint ist.

Wodurch zeichnet sich dieser innere Zustand aus, nach dem so viele Menschen streben?

Gelassenheit ist wie erwähnt eine innere Einstellung, eine bestimmte Führung der eigenen Gedanken, die in einen Zustand von innerer Ruhe und Zuversicht führt. Sie ist die Fähigkeit, inmitten der Höhen und Tiefen des Lebens Ruhe zu bewahren. Gelassenheit ist somit also das Gegenteil von Unruhe, Aufgeregtheit, Nervosität, Angst und Stress.

Das deutsche Wort „Gelassenheit“ stammt vom mittelhochdeutschen Wort „Gelazenheit“ ab, und dieses von „gelazen“. Es bedeutet so viel wie sein lassen oder loslassen, aber auch maßvoll und ruhig.

Gelassene Menschen vertrauen dem Leben und sich selbst, denn sie sind davon überzeugt, ihr Leben im Griff zu haben und ihre Probleme lösen zu können. So können sie auch in schwierigen Situationen die Fassung bewahren.

Sie sind keineswegs gleichgültig und haben durchaus Ziele, aber sie setzen sich nicht unter Druck und müssen weder sich selbst noch die Außenwelt ändern, um sich wohl zu fühlen. Sie können das Leben so akzeptieren wie es ist und die Dinge im Großen und Ganzen so stehen lassen.

Wenn sie ein Ziel verfolgen, so tun sie das, weil sie es möchten, und nicht weil sie es müssen. Sie machen ihr Glück jedoch nie von dem Erreichen ihrer Ziele abhängig, denn sie finden ihre Ruhe, Kraft, Stabilität, ihre Geborgenheit und ihre Zufriedenheit in sich selbst.

Im Zustand echter Gelassenheit ist ihre innere Ruhe also unabhängig geworden von den Geschehnissen um sie herum.

Auch wenn es fast zu schön erscheint, um wahr zu sein:

Diese unbeschwerte, leichte und zugleich starke Form von innerer Ruhe und Freiheit ist für jeden Menschen erlernbar. Und Sie werden in diesem Buch genau erfahren, was Sie tun können, um diesen Zustand zu erreichen und dauerhaft zu behalten.

Zu Beginn möchte ich Sie jedoch gerne dazu einladen, sich einmal bewusst zu machen, in welchen Situationen es Ihnen in Ihrem Leben oft an Gelassenheit fehlt. Je besser Sie sich selbst verstehen, desto schneller werden Sie nämlich Gelassenheit in Ihr Leben bringen.

Schreiben Sie also doch jetzt gleich einmal fünf Situationen auf, in denen Sie häufig die Gelassenheit verlieren oder wenig gelassen reagieren können.

Im folgenden Kapitel werde ich Ihnen die acht tieferen Ursachen vorstellen, warum Menschen ihre Gelassenheit verlieren. Sie werden dann auch verstehen, welche dieser Ursachen für Ihren eigenen Mangel an Gelassenheit verantwortlich sind und was Sie dagegen tun können.